Standard-User-Mapping wiederherstellen
Dieser Artikel ist aufgrund des letzten Workshops entstanden. Schönen Gruß
an Alexej, Carsten, Erwin, Jeremy, Thomas und Werner.
Mir ist erst in diesem aufgefallen, dass sich das Verhalten von XP gegenüber von
2000 etwas geändert hat. Dazu später mehr im Artikel.
In vielen Netzwerken hat man per Hand die Mitglieder der Lokalen
Sicherheitsgruppen auf einer Workstation editiert und somit auf diesem einen
speziellen System einen bestimmten Domänen-Benutzer in eine andere
Sicherheitsgruppe verlegt, als die der "Benutzer".
Panik-Szenario: Die Manipulation der lokalen
Sicherheitsgruppe erfolgte nicht gewollt, sondern war ein gezielter Angriff
eines Anwenders, der sich damit lokal zum Administrator gemacht hat.
Sobald eine Rechner Mitglied eines AD oder einer Domäne wird, wird automatisch
die Gruppen der "Domänen-Admins" in die lokale Gruppe der
"Administratoren" aufgenommen. Die Gruppe der
"Domänen-Benutzer" wird in die Gruppe der lokalen "Benutzer" integriert.
Ohne dieses Standardverhalten der Gruppenzugehörigkeiten, man verwendet häufig
den Begriff des User Mappings, hätte ein "Administrator" der Domäne überhaupt
keine administrativen Berechtigungen auf dem Client. Er ist nur deswegen
ebenfalls ein "Administrator" der Workstation, weil die Sicherheitsgruppe der "Domänen-Admins"
in die Sicherheitsgruppe der "Administratoren" aufgenommen wurde. Gleiches gilt
für die Benutzer, denn die angelegten Benutzer einer Domäne oder eines AD haben
lokal die Berechtigungen eines "Benutzers", weil die Domänen-Gruppen in diese
lokale Gruppe integriert ist.
Im
HowTo: Zentrale Vergabe lokaler Berechtigungen
ist eine Möglichkeit aufgezeigt, dieses Standardverhalten zu manipulieren. Der
Weg führt über die "Eingeschränkte Gruppen" einer
Sicherheitsrichtlinie.
Der Nachteil an dieser Lösung über die Gruppenrichtlinie ist, das diese
Einstellung für jedes System gilt, das im Verwaltungsbereich der
Gruppenrichtlinie liegt. Wollte man, dass ein bestimmter Benutzer nur an seiner
eigenen Workstation lokale Administratorberechtigungen hat, so ist das per
Gruppenrichtlinie nur möglich, wenn man pro Workstation eine Gruppenrichtlinie
definieren würde, die dann jeweils nur den einen Benutzeraccount enthält und als
einziges Ziel nur die Workstation adressiert. Dieses Ziel wäre also nur mit
extremen Aufwand zu erreichen.
Die einfachste Lösung ist es den gewünschten Benutzer per Hand in die Lokale
Gruppe aufzunehmen, in der er zusätzlich zu der der Benutzer Mitglied sein soll.
Ob das nun die "Administratoren" oder die "Hauptbenutzer" sind, sei erst mal
dahingestellt. Die händische Integration kann in der GUI über die
Computerverwaltung - Lokale Benutzer und Gruppen erfolgen oder einfach in der
Eingabeaufforderung.
net localgroup Hauptbenutzer MEINEDOM\MeinBenutzer /add
bzw.
net localgroup Administratoren MEINEDOM\MeinBenutzer /add
Diese beiden simplen Kommandozeilen würden den Benutzer "MeinBenutzer" aus der
Domäne "MeineDom" in die jeweilige lokale Sicherheitsgruppe integrieren.
Ich behaupte, dass es abgesehen von Software die direkten Zugriff auf die
Hardware benötigt (Brenner, Scanner etc.), keinen einzigen Grund gibt in einer
Domäne einem Benutzer mehr Rechte einzuräumen, als die eines normalen Benutzers
an der Workstation. Wie leicht es ist, die Berechtigungen für ein Programm
einzurichten, das sich sträubt als "Benutzer" zu werkeln ergibt sich aus dem
Artikel
HowTo: Zentrale Vergabe lokaler Berechtigungen
. Die fehlenden Berechtigungen für die Benutzer des Programms verstecken sich zu
95% in den Pfaden %ProgramFiles%\NamederAnwendung und HKLM\Software\NamederAnwendung.
Manchesmal kommt noch eine *.ini im %systemroot% hinzu oder gar ein Dienst, aber
dass ist schnell gefunden. Diese lokalen notwendigen Berechtigungen lassen sich
über die GPO in den Sicherheitseinstellungen im Bereich "Dateisystem" und
"Registrierung" schnell zentral für die gewünschte Gruppe anpassen.
Ich fürchte, dass aus purer Bequemlichkeit und mangels Wissen viele
Administratoren ihre Benutzer zu "Hauptbenutzer" oder gar "Administratoren"
gemacht haben, damit die Software funktioniert. Ich hoffe, dass ich mit meinen
Artikeln, dieses aus meiner Sicht flashce Prinzip aus der Welt räumen kann und
sich viele die Arbeit gemacht haben, für die jeweiligen Programmen die
notwendigen Berechtigungen rausgesucht haben und per GPO verteilen.
Jetzt aber steht der Administrator der Domäne vor einem erneuten Problem:
"Wie kriege ich die per Hand eingetragenen Benutzer aus
den lokalen Sicherheitsgruppen wieder hinaus?"
Simple Antwort:
"So wie sie über die GPO reinkommen würden, nur mit dem Unterschied, dass ich
diesmal keine Benutzer oder Gruppen eintrage ..."
Das ist auch die Rettung für das Panik-Szenario.
Die CSE der Sicherheitsrichtlinienverarbeitung wird
im Gegensatz zu anderen CSEs spätestens nach 16 Stunden
per /force komplett erneut verarbeitet. Dadurch werden alle per Hand
eingetragenen Benutzer automatisch wieder entfernt und es würde sich zumindest
das Zeitfenster eines möglichen Angriffs reduzieren. Dass sich ein mit
krimineller Energie ausgestatteter Anwender damit nicht aussperren lässt sollte
klar sein, aber er muss sich wenigstens jedesmal neu eintragen und das wird ihm
(oder ihr ...) vielleicht lästig.
Praktisch sähe es so aus: Wiederherstellung des Default
User Mappings

Unter Windows 2000 muss der Administrator als Mitglied der Gruppe
Administratoren eingetragen werden, da er sonst zu einem normalen Benutzer
degradiert wird. Er wird aus der Gruppe entfernt, da die Einstellungen der
Eingeschränkten Gruppe die Lokale Einstellung komplett ersetzen. Damit hätte man
ein klassisches Eigentor geschossen und sich selber ausgesperrt. Ab Windows XP
kann das nicht mehr passieren. Der Administrator kann über die GPO und damit die
Eingeschränkte Gruppen nicht mehr aus der lokalen Gruppe der Administratoren
entfernt werden. Unter Windows XP könnte also der Eintrag "Mitglieder" leer
bleiben. Dieses ist die Erkenntnis aus dem Workshop und der Grund des Artikels.
Ich habe bislang den Administrator immer in dieser Einstellung integriert und
habe es mit XP nie ohne diesen probiert. Man lernt ja aus den Fehlern von früher
und behält die Lösungen dann bei ...
| Tabellarische Aufstellung der Einstellungen: | ||
| Gruppenname: | Mitglieder | Mitglied von |
| Administratoren |
kein Eintrag (bei XP/2003) Administrator (2000) |
kein Eintrag |
| MEINEDOM\Domänen-Admins | Administratoren | |
| Hauptbenutzer | kein Eintrag | kein Eintrag |
Über den Weg, dass sowohl die Gruppe Administratoren, als auch die Hauptbenutzer keinen Eintrag enthalten (ausser bei 2000), werden alle manuell eingetragenen Konten entfernt. Damit hätte wir das Ziel erreicht, dass jeder, der sich anmeldet nur noch über lokale Benutzerrechte verfügt. Damit aber Mitglieder der Domänen-Admins wieder administrativen Zugriff auf die Systeme erhalten, muss diese Gruppe hinzugefügt werden. Genaugenommen bestätigen wir mit der GPO nur das Standardverhalten, dass beim Eintritt in eine Domäne von MS vorgegeben ist.
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